Geschichte

100 Jahre Minderheit 1920-2020

Für das Jubiläumsjahr 2020 war Vieles geplant und vorbereitet. Leider war das Jubiläumsjahr 2020 auch das „Pandemiejahr“ und viele geplante Veranstaltungen und Feierlichkeiten konnten nicht stattfinden. Einige wurde in 2021 nachgeholt.

Die Volksabstimmung 1920 mit dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges verwandelte den deutschen Bevölkerungsteil in Nordschleswig in eine Minderheit. Folglich wurde das Abstimmungsergebnis auch nicht als “Genforening” bezeichnet, sondern als “Abtretung”, da man ja durch die neue Grenze eine neue Staatsangehörigkeit bekam. 

Es stimmt, dass das Abstimmungsergebnis und die Grenzverschiebung 1920 von der deutschen Minderheit als Niederlage aufgefasst wurde und dass eine Grenzrevision das primäre Ziel nach 1920 war. Das hat sich 1945 mit der Loyalitätserklärung grundlegend geändert. Wir – die deutsche Minderheit – haben damals unter anderem die Grenze von 1920 akzeptiert. Das ist seitdem unangefochtene Grundlage unserer Politik.

Obwohl die deutsche Minderheit also 2020 nicht eine „Wiedervereinigung“ feierte, gab es trotzdem 2020 Anlass gemeinsam zu feiern. Denn heute können wir alle stolz darauf sein, dass die Grenze 1920 auf Grundlage einer demokratischen Abstimmung friedlich verschoben wurde.

Geschichte der deutschen Minderheit

Die Identität der deutschen Nordschleswiger entspringt der regionalen Verwurzelung in einer Landschaft, die über Jahrhunderte sowohl dem dänischen Einfluss von Norden als auch deutschem Einfluss ausgesetzt war.

Im Herzogtum Schleswig traf sich über Jahrhunderte in besonderer Weise der deutsche Einfluss mit der dänischen Kultur, wobei die kulturelle und sprachliche Hinwendung zur einen oder anderen Seite eine persönliche Entscheidung jedes Einzelnen war. In diesem Sinn hat man Jahrhunderte lang gesamtstaatlich den Nachbarn mit der anderen Sprache und Kultur respektiert.

Zweimal scheiterten im 19. Jahrhundert Versuche, mit Hilfe staatlicher Zwangspolitik die sprachlich-kulturelle und die damit verbundene nationale Ausrichtung der Bevölkerung in den national anders ausgerichteten Gebieten zu beeinflussen.

Nach der kriegerischen Auseinandersetzung um die Stellung Schleswigs und Holsteins im dänischen Staats­verband 1848–1850 versuchte die dänische Regierung durch Sprachverordnungen in Mittelschleswig das Dänische im Schulunterricht auch bei der deutschgesinnten Bevölkerung zwangsweise zu fördern.

Als Dänemark nach dem verlorenen zweiten schleswigschen Krieg von 1864 die umstrittenen Herzogtümer abtreten musste und Schleswig-Holstein preußisch wurde, unternahm diesmal die preußische Seite den Versuch, durch Sprachverordnungen eine Germanisierung der dänisch ­gesinnten Einwohner der nördlichen Hälfte Schleswigs zu erreichen. Dies scheiterte und der dänische Bevölkerungsteil Nordschleswigs blieb bis zum Ersten Weltkrieg zahlenmäßig weitgehend stabil.

1920: Geburtsstunde der deutschen Minderheit

Nordschleswig entschied sich am 10. Februar 1920 mit 75% der Stimmen für eine Zugehörigkeit zu Dänemark. In den Gemeinden der 2. Zone war eine überwiegende Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland. Zur neuen Grenze wurde damit die Clausen-Linie, die die erste und zweite Abstimmungszone trennte.

Damit wurde Schleswig durch die Anwendung des nationalen Selbstbestimmungsrechts geteilt, und Nordschleswig musste an Dänemark abgetreten werden, während Südschleswig mit Holstein im deutschen Staatenverband blieb.

Es war zugleich die Geburtsstunde der deutschen Volksgruppe in Dänemark, die bei einer insgesamt starken dänischen Mehrheit in Nordschleswig ihre Schwerpunkte in den Städten, vor allem in Tondern, aber auch in Apenrade, Sonderburg und Hadersleben sowie im ländlichen Bereich des südlichen Nordschleswigs heraus­stellen konnte.

Die Jahrzehnte nach der Volksabstimmung von 1920 waren auf Seite der deutschen Minderheit von der Forderung einer Grenzrevision geprägt. Die Forderungen der deutschen Volksgruppe nach einer Grenzrevision führten zur Konfrontation zwischen Deutschen und Dänen, die in den 30er Jahren durch das Aufkommen des Nationalsozialismus („Heim ins Reich“) verschärft wurde.

1938 kam es zur Gleichschaltung aller deutsch-nordschleswigschen Verbände. Eine weitere schwere Belastung erfuhr das Grenzlandklima, als Dänemark am 9. April 1940 von deutschen Truppen besetzt wurde.

Der Zweite Weltkrieg forderte auch von der deutschen Volksgruppe schwere Opfer. Die enge Verbindung der deutschen Volksgruppe zur Besatzungsmacht und die Kriegsteilnahme von mehr als 2100 Freiwilligen aus den Reihen der Minderheit, von denen 752 nicht zurückkehrten, wurde zu einer starken Belastung in der Nachkriegszeit. Nach Kriegsende 1945 wurden ca. 3.000 Angehörige der deutschen Minderheit in einer Rechtsabrechnung verurteilt.

Das Jahr 1945 brachte aber auch eine grundlegende Neuorientierung der Politik der deutschen Volksgruppe. Man erkannte die Staatsgrenze von 1920 endgültig an und gab eine Loyalitätserklärung gegenüber dem dänischen Staat ab. Die Absage an eine Grenzverschiebung war ein deutliches Signal an die dänische Seite, dass seitens der deutschen Volksgruppe um Verständnis für ihre geschichtlich-kulturelle Identität und ihre weitere Existenz innerhalb des dänischen Nationalstaates geworben wurde. Es war ein Appell an den Staat, den Mitgliedern der deutschen Volksgruppe eine gleichberechtigte Behandlung zu sichern. 

Abstimmungsplakat: „Was der Deutsche gesät, soll das der Däne ernten?“

Grundsätzlich ging es in den Jahren nach 1945 um einen Neuaufbau der deutschen Minderheit. Die 89 deutschen Kommunal- und Privatschulen wurden mit Ende des Krieges geschlossen und es gab weder Dachorganisation, Partei, sozialen Träger, Jugendorganisation oder Zeitung. Ähnlich wie 1920, nur diesmal selbst verschuldet, musste man nahezu bei null anfangen.

Am nötigsten war der Aufbau eines neuen, funktionierenden Schulsystems. In den Nachkriegsjahren besuchten viele Kinder der deutschen Minderheit dänische Schulen. Würde dies beibleiben, so wäre ein Teil der Zukunft damit verspielt. Ferner waren und sind Schulen auch immer ein natürlicher Treffpunkt für die gesamte Minderheit gewesen. Deswegen war es enorm wichtig, hier schnellstmöglich tätig zu werden. Die ersten vier Schulen konnten im Herbst 1946 ihre Türen wieder öffnen. Bis Anfang der 1960er-Jahre konnte man 32 Schulstandorte neu eröffnen. Aber die Zahlen von vor 1945 erreichte man nie wieder.

Das Verhältnis zur Mehrheitsbevölkerung war in dem ersten Jahrzehnt nach dem 2. Weltkrieg natürlich stark durch die Geschehnisse der NS-Zeit geprägt. Die deutsche Minderheit war in vielen Bereichen in dieser Zeit eine Art Parallelgesellschaft. Da, wo Minderheit und Mehrheit aufeinandertrafen, kam es oft zu Konflikten. Gerade, wenn Jugendliche aus beiden Bevölkerungsgruppen sich begegneten. 1955, neben der Zeitenwende 1945, sollte es zu einem Ereignis kommen, was das Grenzland bis in die heutigen Tage prägen sollte. Auch, wenn viele dies zum damaligen Zeitpunkt sicher nicht als solches erfasst haben.  

 

Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955

Am 28. März 1955 flog der dänische Ministerpräsident Hans Christian Hansen nach Bonn. Er wurde am Flughafen von Bundeskanzler Konrad Adenauer empfangen. Am Tag darauf tauschten sie Erklärungen über die Rechte der Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze aus: die Bonn-Kopenhagener Erklärungen.

Anlass der Erklärungen war, dass der SSW als Partei der dänischen Minderheit auf Grund der Fünf-Prozent-Klausel trotz 42.000 Stimmen bei der Wahl im September 1954 keine Vertretung im Schleswig-Holsteinischen Landtag bekam. Dahingegen – so das Argument von dänischer Seite – reichten der Partei der deutschen Nordschleswiger 9.700 Stimmen für ein Mandat im Folketing.

Im Oktober 1954 stand auf der NATO-Ratstagung in Paris die Frage der Mitgliedschaft der Bundesrepublik Deutschland auf der Tagesordnung. Für Dänemark als Gründungsmitglied die Gelegenheit die Probleme der dänischen Minderheit anzusprechen. Von deutscher Seite wurde ein deutsch-dänischer Minderheitenvertrag vorgeschlagen. Dieser wurde von Dänemark abgelehnt, weil man Deutschland 10 Jahre nach Kriegsende keine Handhabe geben wollte, sich in innere dänische Angelegenheiten einzumischen. Stattdessen wurde mit den zwei einseitigen, fast gleichlautenden Erklärungen eine neue Form des Völkerrechts geschaffen.

In diesen parallelen Erklärungen Dänemarks und Deutschlands jeweils gegenüber der im eigenen Land lebenden Minderheit werden die staatsbürgerlichen Rechte der Angehörigen der deutschen Minderheit in Dänemark durch die dänische Regierung bzw. die entsprechenden Rechte der dänischen Minderheit in Deutschland durch die Bundesregierung bestätigt. Die Erklärungen gelten als vorbildhaft für den Umgang mit nationalen und sprachlichen Minderheiten in Europa.

Die Erklärungen selbst sind nur zwei Seiten lang und garantieren der dänischen Minderheit in der Bonner Erklärung und der deutschen Minderheit in der Kopenhagener Erklärung ihre allgemeinen Rechte und die formelle Gleichberechtigung. 

Häufig zitiert wird die Feststellung: „Das Bekenntnis zum deutschen/dänischen Volkstum und zur deutschen/dänischen Kultur ist frei und darf von Amts wegen nicht bestritten oder nachgeprüft werden.“ Diese subjektive Definition des Nationalitätenprinzips wird oft umschrieben als „Minderheit ist wer will“ und gehört zu den zentralen Merkmalen des deutsch-dänischen Minderheitenmodells.

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Ehemaliger Vorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (1993-2006) Hans Heinrich Hansen. Rede anlässlich des 50 jährigen Jubiläums der Bonn-Kopenhagener Erklärungen 2006. 

 Zu den wichtigsten konkreten Verbesserungen gehörte der Wegfall der Sperrklausel für die dänische Minderheit. So zog der SSW bei der Wahl 1958 mit zwei Mandaten in den schleswig-holsteinischen Landtag ziehen. Die deutsche Minderheit erhielt unter anderem das Examensrecht und damit konnte im August 1959 das deutsche Gymnasium in Apenrade seinen Betrieb aufnehmen.

Die Bedeutung der Erklärungen liegt nicht so sehr in ihrem formellen Inhalt, sondern im Willen, einvernehmlich eine Lösung entstehender Probleme zu finden. Dieser oft beschworene „Geist der Erklärungen“ war entscheidend, als mit der dänischen Kommunal- und Verwaltungsreform mit Wirkung vom 1. Januar 2007 die kommunale, politische Vertretung der deutschen Minderheit in Gefahr kam. Denn es gelang hier eine Reihe von Ausnahmeregelungen zu schaffen, die schließlich auch dazu beigetragen haben, dass die Schleswigsche Partei heute in Nordschleswig auch als regionale Kraft anerkannt ist.

Das Deutsche Archiv Nordschleswig ist ein Archiv für Archiv- und Sammelgut über die deutsche Minderheit und das deutsch-dänische Grenzland. Es ist ein Speicher der Geschichte der deutschen Minderheit in Nordschleswig und der eng mit ihr verwobenen Geschichte des deutsch-dänischen Grenzlandes. Die Bestände des Archivs dokumentieren mehr als 100 Jahre Minderheits- und Grenzlandgeschichte. Das Archiv als „Gedächtnis“ der deutschen Minderheit in Nordschleswig ist Bewahrer des Kulturgutes der deutschen Minderheit. 

Die Jahre nach den Bonn-Kopenhagener-Erklärungen

Die Entwicklung nach den Bonn-Kopenhagener Erklärungen lässt sich in groben Zügen so beschreiben. Ab Mitte der 1970er-Jahre verbessert sich das Verhältnis zur dänischen Mehrheitsbevölkerung. Deutliches Symbol dieser Annäherung ist der Besuch des dänischen Königshauses bei der deutschen Minderheit im Jahr 1986. In den folgenden Jahrzehnten wird der deutschen Minderheit mehr Gleichberechtigung im Verhältnis zur Mehrheitsbevölkerung zuteil.  

Parallel dazu fallen ab den 1970ern die Schülerzahlen an den deutschen Schulen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den unterschiedlichen Wahlen, ob nun Kommunal-, Amts- oder Folketingswahlen ab. Überall verliert der politische Arm des Bund Deutscher Nordschleswigers, die Schleswigsche Partei. Es zeichnet sich ein Bild von einer kleiner werdenden Minderheit.

Anfang der 1990er gibt es bei den Schülerzahlen eine Trendwende. Diese Entwicklung hält bis zum heutigen Tage an. Bei der Schleswigschen Partei sollte diese Trendwende noch fast zwei Jahrzehnte auf sich warten lassen.

Mit den Feierlichkeiten zur Grenzziehung von 1920 in den Jahren 2020/2021, aber auch schon 1995 wird deutlich, dass die deutsche Minderheit als ein natürlicher Teil der Region anerkannt wurde. War 1995 die Teilnahme der deutschen Minderheit an diesen Feierlichkeiten noch ein viel diskutierter Punkt, so stellte sich 2020/2021 diese Problematik schlicht und ergreifen einfach nicht mehr.     

Die bewusste Vergangenheitsbewältigung

Von einer bewussten Vergangenheitsbewältigung konnte in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg keine Rede sein. Dafür gab es verschiedene Gründe.

Anfänglich waren die Voraussetzungen für eine Aufarbeitung der Geschehnisse des 2. Weltkrieg ansatzweise gegeben. Durch die rechtliche Aufarbeitung waren viele Minderheitenangehörige, die sich tief auf den Nationalsozialismus eingelassen hatten, inhaftiert. Dadurch konnten diejenigen, die durch das Kriegsgeschehen verhältnismäßig unbelastet waren, freier agieren. Dies macht sich dann auch bei der Gründung des Bund Deutscher Nordschleswigers im November 1945 und dessen Loyalitätserklärung, gegenüber dem dänischen Staate, bemerkbar.

Trotzdem haben die Inhaftierten diese Neuausrichtung, der deutschen Minderheit, von der Seite aus mit verfolgt. Die anfänglich über 3.000 Inhaftierten aus der deutschen Minderheit waren primär im Faarhus-Lager bei Pattburg eingesperrt. Darunter, zumindest in den ersten Monaten, auch die höheren Funktionäre der deutschen Minderheit aus der NS-Zeit. Dadurch bildete sich ein Gemeinschaftsgefühl und man definierte in dieser Zeit das Bild einer doppelten Opferrolle. Diese besagte, dass man zum einen von den Nationalsozialisten verführt und zum anderen, dass man dazu dann auch noch vom dänischen Staate dafür bestraft wurde. Dies, und die gemeinsame Inhaftierung von normalen Minderheitenangehörigen und den ehemaligen NS-Funktionären, trug mit dazu bei, dass man jegliche Kritik an den Handlungen in der NS-Zeit unter den Teppich kehrte, da man sich ja im „gleichen Boot“ befand. Diese Haltung wurde dann später unter dem Begriff „Faarhus-Mentalität“ zusammengefasst.      

Nach der Entlassung aus dem Faarhus-Lager drängten viele wieder in Entscheidungspositionen der Minderheit. Ob bewusst oder unbewusst (dazu fehlt es noch an Forschung), damit wurden auch die verhältnismäßig unbelasteten aus ihren vorher eingenommenen Positionen wieder verdrängt. Die Faarhus-Mentalität zog damit in die ehren- und hauptamtlichen Strukturen der deutschen Minderheit ein und verhinderte damit auch eine Aufarbeitung der Geschehnisse der NS-Zeit. Bekanntes Beispiel für die personelle Kontinuität ist die Einstellung Rudolf Stehrs 1951 als Generalsekretär des Bund deutscher Nordschleswiger. Dieser war in der NS-Zeit unter anderem Leiter des Amtes für Presse und Propaganda der NSDAP-Nordschleswig und ab 1943 Leiter eines Büros unter dem dänischen Staatsministerium. Letzteres wurde für die deutsche Minderheit eingerichtet, nachdem man keine politische Vertretung mehr im dänischen Parlament hatte. Es sollte als Kontakt zur dänischen Regierung dienen. In der Realität war es aber auch eine direkte Verbindung zwischen der Minderheit und der deutschen Besatzungsmacht in Dänemark.  

Auch wenn schon in den 1960er-Jahren erste kritische Fragen innerhalb der Minderheit, zu dessen NS-Vergangenheit gestellt wurden, so bedurfte es scheinbar erst eines Generationswechsels in den Führungsebenen und nachkommende Generationen, um eine Aufarbeitung der eigenen Geschichte voranzubringen. Dies zeigt sich dann in den 1970er und 1980er-Jahren, in denen sich in schriftlicher Form oder in Seminaren mehr mit der eigenen Vergangenheit beschäftigt wurde. Passend dazu, so werden auch die beiden Institutionen, Archiv und Museum, in den 1980ern gegründet.

Trotz der richtigen Tendenzen in den 1970er und 1980er-Jahren, so scheint es, als ob man in den zwei nachfolgenden Jahrzehnten zwar eine Aufarbeitung wünschte, aber irgendwo doch noch ein Bremsklotz nicht gelöst war.

Im letzten Jahrzehnt scheinen sich nun auch die letzten Verhinderungen gelöst zu haben, was der heutigen Generation ein freies Arbeiten mit der eigenen Geschichte ermöglicht.

Faarhus Lager, Fröslee

Museen und geschichtliche Arbeit

In keinem anderen Landesteil als in Nordschleswig spielt die Geschichte auch heute noch eine so wichtige Rolle. Dies kommt zum Ausdruck in einer Vielzahl regionaler und lokaler Vereinen und Museen sowie einer Fülle von Veranstaltungen. Das gilt auch für die deutsche Minderheit.

Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft

Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft widmet sich der Erforschung, Darstellung und Vermittlung historischer, landes- und heimatkundlicher Themen durch Fahrten, Tagungen und Schriften.

Deutsches Museum und Archiv für Nordschleswig

In Sonderburg/Sønderborg befindet sich das Deutsche Museum Nordschleswig, mit Ausstellungen zur Entwicklung der deutschen Geschichte und Kultur in Nordschleswig seit Anfang des 19. Jahrhunderts bis heute.

Im Museum befindet sich auch das Archiv der deutschen Minderheit. Hier werden die Archivalien der Verbände, Vereine und Einrichtungen der deutschen Volksgruppe gesammelt und erschlossen. Die historische Forschungsstelle führt Forschungsarbeiten durch, beziehungsweise betreut diese und spielt eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der jüngeren Geschichte der deutschen Minderheit. Zu den Aktivitäten gehört unter anderem die Vortragsreihe Schleswigsche Gespräche. Die Forschungsarbeit wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem deutsche und dänische Professoren angehören.