Eine Sprache. Viele Ausdrucksformen.
Deutsch hören, lesen, erleben und genießen
Deutsche Sprache und Kultur kann man lesen, hören, schmecken und gemeinsam erleben. Freut euch auf Konzerte für Groß und Klein, spannende Lesungen und Vorträge, Kunst und einen kulinarischen Abend. Der BDN und der Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig laden euch herzlich zum Festival Deutscher Sprache und Kultur ein.
25. Oktober – 11. November
Programm
Deutsche Redewendungen, Ein vergnüglicher Exkurs mit Lesung
Dieter Neumann nimmt uns mit auf einen unterhaltsamen Streifzug durch die Welt der deutschen Redewendungen und verrät, woher bekannte Ausdrücke kommen und was ursprünglich hinter ihnen steckt.
Gloria
Ein großes Orchester, eine eindrucksvolle Orgel und eines der gewaltigsten Chorwerke der Spätromantik: Die Musikvereinigung Nordschleswig bringt Saint-Saëns’ „Orgelsinfonie“ und Poulencs „Gloria“ in die Klosterkirche Lügumkloster.
Gloria – Familienkonzert
Wie funktioniert ein Orchester – und was macht eigentlich die Dirigentin? Beim deutsch-dänischen Familienkonzert können Kinder und Erwachsene Instrumente ausprobieren und Francis Poulencs „Gloria“ ganz aus der Nähe kennenlernen.
Vernissage zum BDN-Kunstpreis
Was passiert, wenn junge Menschen aus ausrangierten Bildern neue Kunst machen? Bei der Eröffnung der Vernissage zum BDN-Kunstpreis werden die entstandenen Werke präsentiert und die Preise verliehen – mit Snacks und einer Siebdruckstation zum Selbermachen.
Fontane - Warum heute noch Klassiker lesen?
Prof. Matthias Bauer und Prof. Iulia-Karin Patrut werfen einen neuen Blick auf den berühmten Autor und zeigen, warum klassische Literatur auch viele Generationen später noch relevant sein kann.
Dörte Hansen liest aus „Broder“
In ihrem neuen Roman erzählt die Bestsellerautorin und gebürtige Nordfriesin von zwei Brüdern, einem Hof und alten Verletzungen – und von unserer Verantwortung gegenüber Tieren, Natur und den kommenden Generationen.
Nation, Identität, Kultur zwischen Deutsch und Dänisch bis 1864
Anna-Lena Sandberg nimmt uns mit in den dänischen Gesamtstaat bis 1864 und zeigt, wie eng deutsche und dänische Sprache, Kultur und Identität miteinander verflochten waren.
Deutsches Menü und kulinarische Geschichten
Ein dreigängiges Menü und dazu kulinarische Texte, die witzig, traurig, klassisch oder modern sein können – aber auf jeden Fall sehr lecker sind. Mit Carsten Schlüter-Knauer und Harro Hallmann.
Der Einfluss des Deutschen auf die dänische Sprache
Sabine Kirchmeier zeigt, wie die deutsche Sprache über Jahrhunderte hinweg das Dänische geprägt hat – und fragt, ob das Englische heute ihre Rolle übernommen hat.
Deutsche Redewendungen, Ein vergnüglicher Exkurs mit Lesung
Warum verstehen wir nur Bahnhof, wenn wir auf dem Schlauch stehen? Und woher kommt es eigentlich, dass wir ins Fettnäpfchen treten oder den Nagel auf den Kopf treffen?
Dieter Neumann nimmt uns mit auf einen ebenso unterhaltsamen wie aufschlussreichen Streifzug durch die Welt der deutschen Redewendungen. Dabei geht es um ihre oftmals überraschenden Ursprünge, ihren historischen Kontext und die Frage, wie wir sie heute verwenden – häufig, ohne weiter darüber nachzudenken.
Passagen aus seinen fünf Sachbüchern über deutsche Redewendungen machen den launigen Exkurs zu einer abwechslungsreichen Reise durch Sprache, Geschichte und Alltag.
Die Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden. Nach rund einer Stunde gibt es eine Pause. In der Pause und im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit Dieter Neumann ins Gespräch zu kommen.
Gloria
Die Musikvereinigung Nordschleswig lädt zu einem besonderen Konzerterlebnis in die Klosterkirche Lügumkloster ein.
Im ersten Teil des Konzerts ist das Landesjugendorchester Schleswig-Holstein zu Gast. Die jungen Musiker:innen präsentieren Camille Saint-Saëns’ Sinfonie Nr. 3 in c-Moll, op. 78. Das eindrucksvolle Werk ist auch als „Orgelsinfonie“ bekannt, weil die Orgel darin eine tragende Rolle spielt. An der Orgel sitzt Tobias Brommann, Kantor in Neubrandenburg.
Im zweiten Teil kommen Sänger:innen der Johanniskantorei hinzu, um gemeinsam eines der großen Chorwerke der Spätromantik aufzuführen: Francis Poulencs „Gloria“. Eine seltene Gelegenheit, dieses gewaltige Werk in einem der schönsten Kirchenräume Dänemarks zu erleben.
Als Solistin ist Anna Maria Wierød dabei, die den Chor mit ihrem geschmeidigen Sopran begleitet. Die Gesamtleitung liegt bei Susanne Leona Heigold.
Es gilt freie Platzwahl. Einlass ist ab 15.30 Uhr.
Gloria – Familienkonzert
Wie funktioniert eigentlich ein Orchester? Was genau macht die Dirigentin? Und wie schaffen es Chor, Instrumente und eine einzelne Stimme, ganz unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen?
Beim Familienkonzert „Gloria“ können Kinder, Jugendliche und Erwachsene klassische Musik gemeinsam entdecken. Die Musikvereinigung Nordschleswig und das Landesjugendorchester Schleswig-Holstein nehmen das Publikum mit in die Klangwelt von Francis Poulencs „Gloria“. Gemeinsam mit der Sopranistin Anna Maria Wierød präsentieren sie Ausschnitte aus dem Werk und erklären, was beim Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solistin passiert.
Dabei geht es auch um die Frage, warum klassische Musik in Filmen so beliebt ist und wie sie Spannung, Freude oder Dramatik entstehen lässt.
Ab 16.30 Uhr können im Foyer und am Rand der Bühne einige Instrumente selbst ausprobiert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die jungen Musiker des Orchesters kennenzulernen.
Ein deutsch-dänisches Konzerterlebnis für Familien, Kinder und Jugendliche, Konzertneulinge und alle Junggebliebenen, die klassische Musik einmal ganz aus der Nähe erleben möchten.
Der Eintritt ist für SChüler:innen, Studierende und Auszubildende kostenlos, Standardtickets kosten 120 DKK.
Vernissage zum BDN-Kunstpreis
Was entsteht, wenn junge Menschen einem ausrangierten Bild neues Leben einhauchen? Das zeigt die Ausstellung zum BDN-Kunstpreis 2026.
Schüler:innen der deutschen Schulen in Nordschleswig ab der 7. Klasse waren dazu aufgerufen, in einem Secondhandladen oder auf einem Recyclinghof ein Bild zu finden, das niemand mehr haben wollte. Anschließend durften sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen: verändern, bearbeiten, übermalen – erlaubt war, was aus dem alten Bild etwas Neues macht.
Bei der Ausstellungseröffnung im Haus Nordschleswig werden die entstandenen Werke präsentiert und die diesjährigen Preise verliehen. Dazu gibt es Snacks und eine Siebdruckstation, an der die Besucher:innen selbst kreativ werden können.
Mit dem jährlich vergebenen Kunstpreis möchte der Kulturausschuss des Bundes Deutscher Nordschleswiger junge kreative Talente fördern und ihnen eine Bühne für ihre Arbeiten geben.
Fontane - Warum heute noch Klassiker lesen?
Warum sollten wir heute noch Theodor Fontane lesen? Was können uns seine Romane und Erzählungen über unsere eigene Zeit erzählen – und was macht ein literarisches Werk überhaupt zum Klassiker?
Prof. Matthias Bauer und Prof. Iulia-Karin Patrut von der Europa-Universität Flensburg widmen sich diesen Fragen und zeigen am Beispiel Fontanes, warum sich der Blick auf klassische Literatur auch heute noch lohnt.
Ein Abend über Literatur, ihre bleibende Bedeutung und die Frage, weshalb manche Texte auch viele Generationen nach ihrer Entstehung noch etwas zu sagen haben.
Lesung mit Dörte Hansen
Mit „Broder“ legt Dörte Hansen einen neuen großen Roman über Herkunft, Rivalität und unsere Verantwortung für die Natur vor.
Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden und den elterlichen Hof übernehmen. Doch der Hof geht an seinen wenige Minuten älteren Zwillingsbruder Henning. Broder verlässt die Familie, wird Tierarzt und baut sich fernab des Betriebs ein eigenes Leben auf.
Mehr als zwanzig Jahre später kehrt er zurück und übernimmt eine Praxis in der Nähe. Bald kümmert er sich auch um die Herde seines Bruders, der den Familienhof inzwischen zu einem hochmodernen Vorzeigebetrieb ausgebaut hat. Doch der Erfolg hat seinen Preis – und Broder bemerkt als Erster, dass Henning langsam die Kontrolle verliert.
Damit steht er vor einer schwierigen Frage: Ist jetzt seine Gelegenheit gekommen, endlich den Platz seines Bruders einzunehmen? Oder muss auch er sich eingestehen, dass die auf maximale Leistung ausgerichtete Tierhaltung an ihre Grenzen stößt?
Dörte Hansen erzählt von Familie und alten Verletzungen, vom Leben mit großen Tieren und von einer ländlichen Welt im Wandel. Dabei geht es auch um unseren Glauben an stetiges Wachstum und um die Verantwortung gegenüber Natur und Schöpfung.
Dörte Hansen wurde 1964 in Husum geboren und wuchs in Nordfriesland auf. Sie studierte Sprachwissenschaften und arbeitete viele Jahre als Journalistin und Kulturredakteurin beim NDR, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit ihren Romanen „Altes Land“, „Mittagsstunde“ und „Zur See“ wurde sie zu einer der bekanntesten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. In ihren Büchern erzählt sie mit einem genauen Blick für Menschen und Sprache vom Leben auf dem Land, von Heimat und Herkunft und von den Veränderungen, die Gemeinschaften und Familien prägen.
Der Roman „Broder“ erscheint am 9. September. Bei der Lesung stellt Dörte Hansen ihr neues Buch persönlich vor.
Die Veranstaltung findet in der Aula der Schule statt und wird gemeinsam vom Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig und der Literatur-AG des Kulturausschusses des Bundes Deutscher Nordschleswiger im Rahmen des Festivals Deutscher Sprache und Kultur durchgeführt.
Nation, Identität, Kultur zwischen Deutsch und Dänisch bis 1864
Was bedeutete es, im dänischen Gesamtstaat deutsch oder dänisch zu sein – und war die Trennung überhaupt immer so eindeutig, wie sie uns heute erscheint?
In ihrem Vortrag nimmt Anna-Lena Sandberg das Zusammenleben der deutschen und dänischen Kulturen bis 1864 in den Blick. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame und unterschiedliche Vorstellungen von Sprache, Kultur und Identität.
Anhand teilweise heute vergessener Erinnerungsorte zeigt sie, wie eng Deutschland und Dänemark in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft miteinander verflochten waren – in Institutionen, kulturellen Praktiken und in der Sprache.
Anna-Lena Sandberg ist Associate Professor für Deutsch an der Universität Kopenhagen. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den deutsch-dänischen kulturhistorischen Beziehungen. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit deutschsprachiger Gegenwarts- und Migrationsliteratur, dem Fremdsprachenerwerb sowie der Stellung der deutschen Sprache in der dänischen Gesellschaft und im Bildungssystem.Deutsches Menü mit kulinarischen Texten
Ein Abend für alle, die gutes Essen und gute Geschichten mögen: Im Haus Quickborn erwartet euch ein dreigängiges deutsches Menü – begleitet von kulinarischen Texten.
Zwischen den Gängen lesen Carsten Schlüter-Knauer und Harro Hallmann ausgewählte Texte rund ums Essen und Genießen. Mal witzig, mal traurig, klassisch oder modern – aber auf jeden Fall sehr lecker!
Auf dem Menü stehen:
Vorspeise:
Kräftige Gemüsebrühe mit Klößchen, Wurzelgemüse und Schnittlauch
Hauptgang:
Ein halbes Brathendl mit Bratkartoffeln, Dunkelbiersoße und Sauerkraut
Vegane Alternative:
Knuspriger Pilz-Nuss-Braten
Dessert:
Apfelstrudel mit Rosinen, Mandeln und warmer Vanillesoße
Der Preis beträgt 275 DKK inklusive eines Getränks.
Die Veranstaltung findet ab 15 Teilnehmenden statt. Wird die Mindestzahl nicht erreicht, fällt sie aus und bereits gezahlte Beträge werden erstattet.
Anmeldeschluss ist der 25. Oktober.
Der Einfluss des Deutschen auf die dänische Sprache
Wie viel Deutsch steckt eigentlich im Dänischen?
Über mehr als ein Jahrtausend hinweg hat die deutsche Sprache den dänischen Wortschatz, die Wortbildung und verschiedene Ausdrucksweisen geprägt. In ihrem Vortrag zeigt Sabine Kirchmeier, wie eng diese sprachliche Entwicklung mit den historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Nachbarländern verbunden ist.Dabei richtet sie den Blick nicht nur zurück in die Geschichte, sondern auch auf die Gegenwart: Hat das Englische heute die Rolle übernommen, die früher das Deutsche für die Entwicklung der dänischen Sprache spielte?
Sabine Kirchmeier ist eine deutsch-dänische Sprachwissenschaftlerin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Linguistik, Computerlinguistik und Sprachtechnologie. Von 1995 bis 2006 lehrte sie an der Copenhagen Business School. Anschließend leitete sie bis 2019 den Dänischen Sprachrat, Dansk Sprognævn. Heute ist sie Vorsitzende von EFNIL, dem Zusammenschluss der offiziellen Sprachinstitutionen Europas.
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